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Mordsmäßig verkatert
eBook - Louisa Manus fünfter Fall, Louisa Manu-Reihe, Neuausgabe / New edition, Neuausgabe / New edition
Beschreibung
Eine Tote im eigenen Wohnzimmer und keinerlei Erinnerungen an die letzte Nacht: der fünfte Fall für Louisa Manu!
Der neue Cosy-Krimi von Bestsellerautorin Saskia Louis
In Louisa Manus Wohnzimmer liegt eine Leiche. Das ist gleich doppelt problematisch, denn Lou wird nicht nur zu spät zum Sonntagsbrunch kommen, sie steht auch urplötzlich unter Mordverdacht. Leider fällt es ihr schwer abzustreiten, die Frau getötet zu haben, da sie sich partout nicht daran erinnern kann, was am vergangenen Abend passiert ist. Es bleibt ihr nichts anderesübrig, als ihre Unschuld selbst zu beweisen. Zur Sicherheit zieht sie vorübergehend aus dem Tatort aus und bei Kommissar Rispo ein… und das bringt ganz eigene, nervenaufreibende Probleme mit sich.
Jeder Band der Reihe ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.
Erste Leserstimmen
„Louisa Manu ist zurück und dieser Fall ist noch besser als die zuvor“
„Die Krimi-Komponente ist geschickt in die Geschichte mit eingefädelt und die Handlungsstränge sind so aufgebaut, das man einfach mitgrübeln muss, wer der Täter ist.“
„wie gewohnt sehr humorvoll, mit vielen lustigen Wortgefechten und einem unglaublich spannenden Fall“
„tolle, skurrile und wie gewohnt sehr liebenswürdige Charaktere“
„Ich hoffe inständig es geht weiter, denn der Krimi war viel zu schnell zu Ende!“
Leseprobe
Kapitel 1
Es gab schreckliche Dinge auf der Welt.
Krieg. Die Pest. Donald Trumps Frisur. Atombomben. Analog-Käse.
Eines furchtbarer als das andere. Doch hätte man mich an diesem Morgen gefragt, was sofort abgeschafft werden sollte, hätte ich Sonnenlicht geantwortet. Ich war nicht stolz darauf, aber es war die Wahrheit.
„Scheiße“, stöhnte ich und hielt mir die Hände vors Gesicht, um die lästigen Strahlen davon abzuhalten, mir die Augen aus dem Kopf zu brennen. Meine Schläfen schmerzten, als hätte eine Horde Sumoringer die ganze Nacht darauf Steppen geübt.
Ich rollte nach links, um meinen Kopf im Kissen zu vergraben, und stieß gegen etwas Warmes, Knittriges. Stirnrunzelnd tastete ich danach. Es fühlte sich nach einem riesigen, labbrigen Laib Toast an. Unter großer Anstrengung öffnete ich ein Auge. Erneut blendete mich das Licht und ein Schwall Übelkeit schwappte gegen meine Magenwände. Ich schluckte und musste würgen, weil mein Mund sich anfühlte, als habe es sich eine besonders haarige Katze dort drin gemütlich gemacht. Eine Katze, die lange nicht gewaschen worden war. Gott, war das ekelig.
Mein Gesicht vom Licht abschirmend, öffnete ich auch das andere Auge, um die Teigware neben mir näher betrachten zu können. Interessant. Das Toastbrot war pink und hatte Trudis Gesicht. Ich blinzelte mehrmals, bis die Konturen meiner 72-jährigen Angestellten aufhörten, Wellen zu schlagen. Waren ihre Haare schon gestern so rosarot gewesen?
Ich wusste es nicht mehr. Wenn ich raten müsste, hätte ich jedoch Nein getippt.
Moment, welcher Tag war heute? Sonntag, oder nicht? Das hieß, gestern war … richtig, Emilys Junggesellinnenabschied gewesen. Langsam kam die Erinnerung zurück. Wir waren in diese schäbige Bar gegangen, mit dem noch schäbigeren Namen und den schäbigen Möbeln und dem schäbigen Barkeeper und dann …
Ich schloss die Augen, denn mein Magen gab mir zu verstehen, dass er Licht noch immer scheiße fand.
Dann … dann hatten wir irgendetwas anderes getan. Mit Alkohol.
Mist, ich hatte keinen Schimmer mehr, mein Gedächtnis war wie ausgelöscht. Ich hatte ein komplettes Blackout. Wie viel zum Teufel hatte ich getrunken? Ich hatte es bei einem Glas Wein belassen wollen, doch dann waren wir bei diesem Burlesque-Tanzkurs gewesen, den Emily schon immer unbedingt hatte besuchen wollen. Trudi hatte begeistert mitgemacht, ein Kleidungsstück nach dem anderen ausgezogen – und sich nicht die Kante zu geben, war auf einmal keine Option mehr gewesen.
Es musste ein aufregender Abend gewesen sein.
Ich war irgendwie froh, ihn vergessen zu haben. Aus Erfahrung wusste ich, dass ich betrunken äußerst peinlich werden konnte.
Mit der Zungenspitze befeuchtete ich meine Lippen und bemerkte mit einem Mal, wie furchtbar trocken mein Mund war. Die Katze war verschwunden und hatte die Sahara zurückgelassen. Ich brauchte Wasser. Und einen neuen Kopf.
Seufzend rollte ich mich zurück auf den Rücken und strampelte die Decke von meinen Beinen. Der nächste Versuch, die Augen zu öffnen, verlief besser. Die Übelkeit turnte zwar noch immer in meinem Magen, wurde aber langsam müde. Wenigstens war ich bekleidet. Ich sollte mich auf die positiven Dinge konzentrieren.
„Scheiße“, wiederholte ich krächzend und schwang die Beine von der Matratze. Ein lautes Uff-Geräusch erklang, als meine Füße auf etwas Weiches trafen.
„Hör auf, mich zu treten“, murmelte eine griesgrämige Stimme.
Ich verzog das Gesicht und beugte mich vor. Emmi lag auf meinem Bettvorleger. „Hör auf, auf meinem Boden zu liegen“, gab ich zurück.
Meine Schwester sah zugegebenermaßen etwas schwach aus … aber ihre Hand heben und mir den Mittelfinger zeigen, das konnte sie noch. „Du hast mich aus dem Bett geschmissen, weil deine Hüften zu gebärfreudig sind“, erklärte sie, zog das Handtuch, das sie als Decke missbrauchte, höher ihre Schultern hinauf, drehte sich von mir weg und schlief weiter.
Ich rieb mir mit der Hand über die Stirn und atmete mehrmals tief ein, bevor ich mich dazu imstande fühlte, aufzustehen.
Wasser. Ich brauchte Wasser. Umständlich stieg ich über Emmi hinweg und stolperte in den Flur. Eine pinke Spur aus Glitzer führte in mein Wohnzimmer mit Einbauküche, und wie angewurzelt blieb ich ihm Türrahmen stehen.
Die Küche war ein einziges Schlachtfeld. So schlimm hatte es hier nicht mehr ausgesehen, seitdem ich Twinky, meinem verhaltensgestörten Kater, zu viel Kaffee gegeben hatte und er die Wände hochgegangen war. Er mochte sich zwar für einen Hund halten, aber seine Krallen waren noch immer die einer Katze.
Die Arbeitsfläche war mit Mehl und Schokoflocken gepflastert, so als habe eine betrunkene Meute Kinder versucht, etwas zu backen. Bierflaschen stapelten sich auf dem Herd, vier abgebrannte Wunderkerzen thronten in einem zerpflückten Salatkopf mit Sonnenbrille, und weiße Pillen – von denen ich sehr hoffte, dass sie Tic Tacs waren – lagen verstreut auf dem Boden vor mir. Kopfschüttelnd wandte ich mich um, um auch den Rest des Raumes zu bewundern. Zwei meiner Zimmerpflanzen lagen umgestoßen vor der Fensterbank, drei Handtaschen auf meiner Anrichte und eine bleiche Schaufensterpuppe auf meinem Sofa.
Wo hatten wir die denn her? Waren wir bei H & M eingebrochen? Ich würde es mir zutrauen, ich war sehr wütend auf das Geschäft, weil mir dessen Hosen nie passten!
Schnaubend tapste ich über die Hoffentlich-Tic-Tacs hinweg und verteilte den an meinen Fußsohlen klebenden Glitzer weiter in meiner Küche. Ich griff nach einem Glas und füllte es mit Wasser, bevor ich es gierig hinunterstürzte und gleich noch einmal unter den Hahn hielt.
Twinky strich um meine Knöchel und schnurrte auffordernd. Er hatte heute Morgen noch kein Futter bekommen und offensichtlich Angst, dass ich ihn vergessen hatte.
„Du kriegst gleich was“, murmelte ich müde lächelnd und hockte mich hin, um ihn zu streicheln.
Zufrieden rieb er seinen Kopf an meinem Schienenbein … und hinterließ dabei eine klebrige Spur auf meiner Haut.
Ich verzog das Gesicht. „Twinky, hast du dich am Bier vergriffen?“, wollte ich wissen und sah an mir hinunter. Doch es war kein Bier, das an meinem Bein haftete. Dafür war es zu dickflüssig … und zu rot. Stirnrunzelnd beugte ich mich weiter vor und nahm vorsichtig Twinkys Gesicht in meine Hände. „Was hast du da, Twinky?“, fragte ich leise und betrachtete seine rot getünchten Schnurrhaare, seine rosa Schnauze …
Erschrocken richtete ich mich auf. Ich war in meinem Leben oft genug hingefallen, um Blut zu erkennen, wenn ich es sah.
„Scheiße“, wisperte ich und ein beklemmendes Gefühl setzte sich in meiner Brust fest, drückte auf Zwerchfell und Lunge. „Wo hast du das her Twinky? Wo …“ Mein Blick schweifte über seinen Kopf hinweg, den Boden entlang, bis zu meiner Couch … neben der sich eine spiegelglatte, rote Blutlache gebildet hatte. Mit trockenem Hals, aufgerissenen Augen und heftig klopfendem Herzen starrte ich die Schaufensterpuppe auf dem Sofapolster an, das gestern noch nicht im Batiklook rot eingefärbt gewesen war.
Die Puppe lag auf dem Rücken. Ihr einer Arm hing über den Rand des Sofas und berührte mit den ...
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